Die Alte Münze vor 1945.

Das um 1604 errichtete Gebäude ist das ältestes Haus im Stadtkern. Ursprünglich war es eine Färberei. 1679 bis 1681 ließ hier Graf Heinrich I. Reuß-Schleiz Münzen prägen. Es war dies das letzte Mal, dass ein reußischer Landesherr in einer eigenen Münze Geld herstellen ließ. Diese Münze war auch die Wirkungsstätte von Adam Böttger, dem Vater von Johann Friedrich Böttger, welcher als Miterfinder des europäischen weißen Porzellans und erster Leiter der Meißner Porzellanmanufaktur in die Geschichte einging. Die Familie Böttger hatte aber nach heutigen Erkenntnissen nicht in diesem Hause gewohnt, weshalb es auch nicht als Geburtshaus J. F. Böttgers gilt.

Die Alte Münze in ihrer aktuellen Farbgebung.
Foto: Juergen K. Klimpke

Die barocken Turmhauben sind bereits im 17. Jahrhundert bildhaft belegt.

Nach Schließung der Münzstätte im Jahr 1682 war das Gebäude Wohn- und Geschäftshaus. Im Erdgeschoss gab es einen kleinen Laden, in dem zuletzt bis in die späten 1970er-Jahre Obst und Gemüse verkauft wurden.

Die Alte Münze hatte alle früheren Stadtbrände schadlos überstanden, weil der heutige Neumarkt bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ein großer Teich war und somit eine natürliche Barriere für die Flammen bildete.

Im Zuge der letzten Sanierung im Jahr 2001 erhielt das Haus seine heutige rote Farbe. Sehenswert sind auch die 400 Jahre alten Fachwerke im Dachgeschoss, welche im Inneren des Gebäudes sichtbar sind.

Seit 1982 wird das Haus für kulturelle Zwecke genutzt und beherbergt heute neben der „Kleinen Galerie“ auch die Schleizer Stadtinformation.

Älteste bekannte Darstellung der Alten Münze (im Kreis) aus dem Jahr 1689.
Deutlich ist die noch heut erhaltene Dachform zu erkennen.
Das Bild zeigt die Stadt Schleiz nach dem großen Stadtbrand 1689.