
Foto: Heinrich Körner

Foto: Juergen K. Klimpke
Die Bergkirche unserer lieben Frauen ist nicht nur ein Kleinod der Stadt Schleiz sondern eines des gesamten Vogtlandes. Aufgrund der reichhaltigen barocken Ausschmückung ist sie zugleich eine Kirche, die sehr untypisch für ev.-luth. Kirchen ist.
Ihre Ursprünge liegen im Dunkel der Geschichte verborgen. Vermutlich als Wegekapelle im 11. oder 12. Jahrhundert gegründet, finden sich urkundliche Nachrichten erst ab 1359.
Die heutige Kirche entstand in mehreren Bauabschnitten, welche stets zu Erweiterungen führten. Das Chorhaus und der Turm wurden um 1500 erbaut, das Langhaus erhielt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges seine heutige Statur.
1635 begann mit der Weihe des Altars die barocke Ausschmückung der Kirche, welche zirka 100 Jahre andauerte. Während dieser Zeit entstand auch das einmalige Burgksche Epitaph, das vermutlich das größte Epitaph in einer ev.-luth. Kirche ist.
Die Ausschmückung der Bergkirche hat ihren Grund in der 400-jährigen Nutzung als Begräbniskirche für die landesherrschaftlichen Familien (Herren von Gera, Burggrafen von Meißen, Herren/ Grafen/Fürsten Reuß aller Linien) und bedeutende bürgerliche Geschlechter.
Ebenso sehenswert sind zwei Schlusssteine im Chorhaus, welche aufgrund ihrer Gestaltung nach heutigen Erkenntnissen einzigartig sind. Eine Seltenheit stellt auch das kleine Zellengewölbe im Chor der Annenkapelle dar.
Die farbenfrohe Himmelswiese im Gewölbe der gesamten Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts eingemalt und verweist auf die erste Bemalung des um 1500 erbauten Chorhauses.
Die Bergkirche war ursprünglich eine Kirche des Deutschen Ordens und gehört seit der Reformation zur Kirchgemeinde Schleiz. Sie wird für Gottesdienste, Taufen, Trauungen, Trauerfeiern und Konzerte genutzt. Besichtigungen sind von Mai bis Oktober täglich von 14.30 bis 16.30 Uhr möglich.

Zeichnung: Joh. Christoph Müller