Über 400 Jahre war Schleiz der Sitz einer Landesherrschaft. Der Landesherr wohnte mit seiner Familie im Schloss über der Stadt.

Luftaufnahme des Schleizer Schlosses aus dem Jahr 1935. Links ist der Marstall, rechts die Fürstliche Kammer (damals Finanzamt) zu sehen. Die Baumreihe am oberen Bildrand gehört zur Richard-Bartholdt-Straße (Lindenweg).

Eine erste Burg entstand wohl um 1250. 1384 wird die Anlage erstmals als Schloss bezeichnet. Die Gebäude brannten bei den zahlreichen Stadtbränden oft mit ab und wurden meist in veränderter Form wieder aufgebaut.

Darstellung des Schlosses mit einem Blick aus Westen im Jahr 1810. Zu dieser Zeit erhielten die Schlosstürme ihre prächtigen Hauben.
Links unten ist ein ehemaliger Stadtmauerturm am Großen Trepple zu sehen.

Der wohl prächtigste Bau entstand nach dem Stadtbrand 1689. Dieses Schloss wurde schrittweise erweitert und erhielt als Vollendung in der Zeit um 1810 seine prächtigen Turmhauben. Leider fiel auch dieses Schloss dem Stadtbrand im Jahre 1837 zum Opfer.

Das danach errichtete Gebäude wurde auf dem Erdgeschoss des Vorgängerbaus errichtet und war eher ein schmuckarmer Zweckbau.

Im stadtseitigen Flügel befand sich die Schlosskirche (Trinitatis-Kirche), im parkseitigen Flügel der große Weiße Saal. Im parkseitigen Turm war das bedeutende Fürstlich-reußische Hausarchiv untergebracht.

Blick in den Schlosshof um 1900.

1919 ging das Schloss in den Besitz des Volksstaates Reuß über. Danach wurde das Gebäude zu Verwaltungs- und Wohnzwecken genutzt. So hatte zum Beispiel u. a. das Landratsamt in den 1920er-Jahren hier seinen Sitz. Von 1925 bis 1945 war das erste Schleizer Heimatmuseum „Oberland“ im Schloss untergebracht.

Am 8. April 1945 wurde das Schloss von Fliegerbomben getroffen und brannte daraufhin aus. Die Ruinen wurden 1950 abgetragen. Danach nutzte die Polizei das Gelände.

Lediglich die Turmruinen blieben erhalten. Diese erhielten im Dezember 1993 ihre Hauben zurück.