
Links sind die geistlichen Häuser am Kirchplatz und die Stadtkirche zu sehen.
Oberhalb der Luisenburg ist im Hintergrund ein einstiges Wittumshaus zu erkennen, das bis 1837 dort stand, wo später der Marstall des Schlosses erbaut wurde.
Die nördlichste Ecke der Schleizer Neustadt, an welcher sich Am Mühlgraben und Komtursteig treffen, war schon in alter Zeit ein besonderer Ort. Hier befand sich früher ein Teil des Komturhofes des Deutschen Ordens.
1729 erwarb Graf Heinrich I. Reuß-Schleiz (1695-1744) eine Brandruine auf dem Gelände. Dort ließ er für seine Gemahlin Juliane Dorothea Luise, geborene Gräfin von Löwenstein-Wertheim-Virneburg einen herrschaftlichen Witwensitz errichten, welcher zu Ehren seiner Tochter den Namen „Luisenburg“ erhielt. Da die Gräfin jedoch 10 Jahre vor ihrem Gatten verstarb, wurde das Haus nie als Witwensitz genutzt.
Bei der Errichtung des Gebäudes ließ der Graf den noch vom Komturhof stammenden alten Turm in das Ensemble integrieren. Vermutlich handelte es sich dabei um einen früheren Stadtmauerturm.

Foto: Heinrich Körner
1742 heiratete Prinzessin Luise Reuß-Schleiz den Prinzen Christian Wilhelm von Sachsen-Gotha und verließ Schleiz. Daraufhin kauft Graf Heinrich XII. Reuß-Schleiz von seinem Bruder die Gebäude und wohnt dort, bis er 1744 selbst die Regentschaft antrat und ins Schloss umzog.
1760 wohnte hier in den Wirren des Siebenjährigen Krieges für mehrere Wochen der Generalfeldmarschall-Leutnant Prinz von Stolberg.

Das gesamte Anwesen wurde beim großen Stadtbrand 1837 ein Opfer der Flammen. Danach wurde das Gelände mit Wirtschaftsgebäuden bebaut, von denen die meisten inzwischen wieder verschwunden sind. Der Name Luisenburg hat sich jedoch bis heute im Volksmund erhalten.
Heute ist von der Luisenburg nur noch die Umfassungsmauer zu sehen.