
Foto: Juergen K. Klimpke
Das Rutheneum ist die älteste Schule in Schleiz. Vom Deutschen Orden im 14. Jahrhundert als Lateinschule gegründet, entwickelte sich aus ihr die Stadtschule.
Im Zuge der Reformation ging die Schule 1544 vom Deutschen Orden an die Stadt Schleiz über. 1656 wurde sie von Heinrich IX. Reuß-Schleiz in den Rang eines Lyzeums (Gymnasium) erhoben.
Wie die benachbarte Stadtkirche war auch die Schule oft ein Opfer bei Bränden. Das heutige Gebäude wurde 1735 eingeweiht, wovon die Inschrift über dem Portal zeugt. Die darin vergrößert dargestellten Buchstaben weisen als Chronogramm auf das Erbauungsjahr hin.
Zu jener Zeit scheint das Haus auch den Namen Rutheneum erhalten zu haben. In ihm wurde der Name des Grafen- und späteren Fürstenhauses Reuß in lateinisierter Form verewigt (Ruthenus = Reuß).

Foto: Juergen K. Klimpke
Das Gebäude wurde zwar beim Stadtbrand im Jahr 1837 abermals beschädigt, konnte jedoch größten Teils erhalten werden. Es wurden seitdem lediglich einige Veränderungen im Inneren vorgenommen und 2005 das Dach erneuert sowie die Fassade saniert, wobei diese ihre ursprüngliche Farbgebung zurück erhielt.
1869 bis 1876 leitete Dr. Konrad Duden die Schule als Direktor. Hier verfasste er die ersten Rechtschreibregeln und sein Buch „Die deutsche Rechtschreibung“.
1923 zog das Gymnasium aus und die Berufsschule ein. Bis 2010 nutzte hier das Förderzentrum noch einige Schulräume.
Seit 2001 gibt es im Rutheneum ein vom Geschichts- und Heimat-Verein zu Schleiz e. V. ehrenamtlich betriebenes Museum.
Das Rutheneum ist eine Station der Straße der deutschen Sprache.

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