
Die Wolfgangskapelle um 1970.
Foto: Heinz Tiersch
Über die Ursprünge dieser alten Wegekapelle ist kaum etwas bekannt. Sie wurde im Mittelalter St. Gehilf genannt und diente lange Zeit als Gotteshaus für die Bewohner des einst neben ihr stehenden Spitals der Sondersiechen, die andere Kirchen nicht besuchen durften. In diesem Spital waren jene Menschen untergebracht, die an unheilbaren ansteckenden Krankheiten litten und dort fernab der Stadt in einer Art Quarantänestation leben mussten.

Foto: Juergen K. Klimpke
In vorreformatorischer Zeit gehörte die Kapelle dem Deutschen Orden, wovon die vielen in ihr angebrachten Ordenskreuze zeugen. Allerdings sind diese heute alle in Roter Farbe zu sehen, obwohl das Symbol des Deutsche Ordens das schwarze Kreuz war. Damals war die Kapelle der Ausgangspunkt eines Kalvarienberges, der hinauf zur Bergkirche führte und an dem die Leidensstationen Christi dargestellt wurden.
Direkt vor ihr führte die alte Handelsstraße von Regensburg nach Naumburg vorbei. Alle Fuhrwerke mussten hier Halt machen und Vorspann nehmen,
was ihr einst sicher große Einnahmen bescherte.
Ihr jetziges Aussehen bekam die Wolfgangkapelle im 17. Jahrhundert. 1688 hatte sich ihr der damalige Superintendent Joh. Gabriel Hartung angenommen und ließ sie auf seine Kosten erneuern. Dabei erhielt sie auch ihren jetzigen Namen und die an der Außenseite angebrachten Inschriften.

Foto: Heinz Tiersch
St. Wolfgang war 972-994 Bischof in Regensburg. Die Lage der Kapelle an der Straße nach Regensburg trug vermutlich zur Umbenennung bei.
Einst in ihr vorhandene Figuren und ein Altar stehen in der Stadtkirche, ihr alter Opferstock in der der Bergkirche.
Heute ist die St.-Wolfgangs-Kapelle die einzige noch erhaltene Wegekapelle an einem Flussübergang im gesamten vogtländischen Raum.
Die Kapelle kann nur von außen besichtigt werden.